shine Letter #005
30.08.2026
Liebe Shine-Leserin,
ich gebe es zu: Je mehr ich mich mit KI beschäftige, desto spannender finde ich nicht mehr die Frage, was KI alles kann.
Mich beschäftigt inzwischen viel mehr:
Was bedeutet KI eigentlich für uns – gerade für Frauen, die schon viele Jahre im Beruf stehen?
Denn vielleicht kennst Du das Gefühl:
- Du hast Dir über Jahre etwas aufgebaut.
- Du kennst Deinen Beruf wie aus dem EffEff.
- Du weißt, wie Dinge wirklich funktionieren und nicht nur, wie sie auf dem Papier aussehen.
- Du hast schwierige Situationen erlebt, Fehler gemacht, Entscheidungen getroffen und aus all dem etwas entwickelt, das man nicht in einem Kurs lernen kann: Erfahrung.
Und dann kommt KI.
Plötzlich kann ein Computer in wenigen Sekunden einen Text schreiben, Informationen zusammenfassen oder eine Präsentation vorbereiten. Das kann faszinieren, es kann aber auch verunsichern.
Und vielleicht taucht dabei irgendwann diese Frage auf:
Was ist meine Erfahrung eigentlich noch wert, wenn eine KI manches schneller kann als ich?
Genau diese Frage finde ich spannend und auch wichtig, dass wir uns damit auseinander setzen! Denn alles Neue verursacht erstmal eines: Angst. Und das ist ein Zustand des Kontrollverlusts den wir nur ändern können, wenn wir uns diesem Gefühl stellen und uns mit den Themen beschäftigen. So ist das mit allem, was uns auf der Welt gerade oder in Zukunft an Neuem begegnet – ob es uns gefällt oder nicht. Wegrennen ist keine Option 🙂 Die Zukunft kommt, ob mit dir oder ohne dich….
Aber: Vielleicht müssen wir die Sache nur einmal andersherum betrachten.
Nicht: Was kann KI besser als ich?
Sondern: Was kann ich mit KI besser als bisher?
Vielleicht liegt genau darin eine große Chance.
Meine Leseempfehlung der Woche
Genau darum geht es in meinem aktuellen Artikel, und ich bin ein bisschen stolz, hierfür eine Gastautorin zu Wort kommen zu lassen: Prof. Dr. Astrid Nelke – Expertin für KI und Arbeit in der Zukunft:
KI im Beruf: Warum Frauen ab 45 jetzt die größte Karrierechance haben
Astrid hat sich mit einer Perspektive beschäftigt, die mir in der aktuellen KI-Diskussion oft fehlt. Wir sprechen sehr viel darüber, welche Aufgaben KI übernehmen kann. Aber viel weniger darüber, was eine Frau mitbringt, die bereits 20 oder 30 Jahre Berufserfahrung hat.
- Denn KI kann Informationen verarbeiten, aber sie kennt nicht Deine Geschichte.
- Sie kennt Deine Branche vielleicht sehr gut. Aber sie kennt nicht automatisch die Menschen, mit denen Du und für die Du arbeitest.
- Sie kann Dir fünf mögliche Lösungen nennen. Welche davon wirklich funktioniert, musst immer noch jemand beurteilen.
Und genau hier wird Erfahrung interessant.
Wenn Du Dich gerade fragst, was KI für Deinen Beruf bedeutet, ob Du etwas Neues lernen solltest oder vielleicht sogar darüber nachdenkst, beruflich noch einmal etwas zu verändern, dann ist dieser Artikel für Dich.
Jetzt lesen
Du hast eine Frage zu KI?
Frag mich.
Vielleicht hast Du nach dem Artikel noch eine Frage?
Oder vielleicht gibt es eine, die Du Dich bisher gar nicht getraut hast zu stellen?
Weil Du denkst, dass Du das längst wissen müsstest.
Weil alle anderen scheinbar schon viel weiter sind.
Oder weil Du einfach nicht weißt, wen Du fragen kannst, ohne gleich einen ganzen KI-Kurs buchen zu müssen.
Du kannst mich fragen. Ganz egal, ob Deine Frage ganz am Anfang steht oder schon etwas konkreter ist. Es gibt bei KI keine peinlichen Fragen.
Und auch keine Frage, die „zu einfach“ ist. Sowieso bin ich der Meinung, es gibt überhaupt keine peinlichen Fragen…
Ich beschäftige mich inzwischen sehr intensiv mit KI und ihrer Bedeutung für unsere Arbeit und berufliche Entwicklung.
Und ich möchte dieses Wissen künftig auch bei SHINE weitergeben.
Deshalb möchte ich Dir hier einen Ort geben, an dem Du einfach fragen kannst. Ohne Fachbegriffe. Ohne das Gefühl, mithalten zu müssen. Ohne falsche oder richtige Fragen.
Vielleicht schreibst Du mir einfach:
„Ich habe da eine ganz dumme Frage …“
Und dann stellst Du sie.
Schreibe mir was dich bzgl. KI beschäftigt
Der Sonntagsgedanke
Darf ich traurig sein?
Diese Frage hat mich diese Woche beschäftigt.
Nicht, weil etwas Besonderes passiert ist, sondern weil ich mich dabei ertappt habe, wie schnell ich selbst manchmal versuche, ein Gefühl wieder wegzubekommen.
Du kennst das vielleicht: Etwas ist nicht so gelaufen, wie Du es Dir gewünscht hast. Du bist enttäuscht, oder eben traurig – jede/r nennt es anders (das Gefühl, das du im Körper spürst, ist dasselbe).
Und noch bevor Du überhaupt richtig bei diesem Gefühl angekommen bist, kommt schon die Stimme im Kopf:
„Stell Dich nicht so an.“
Oder:
„Anderen geht es doch viel schlechter.“
Eigentlich erstaunlich. Einem anderen Menschen würden wir so etwas wahrscheinlich niemals sagen.
Wenn deine Freundin traurig ist, würdest Du sie doch nicht erst einmal darauf hinweisen, dass andere größere Probleme haben.
Warum machen wir es mit uns selbst?
Und dann kam mir ein Gedanke:
Wenn ich nicht traurig sein darf, weil es anderen schlechter geht, dürfte ich dann eigentlich auch nicht glücklich sein, weil es anderen besser geht?
Natürlich nicht.
Niemand würde sagen:
„Freu Dich nicht über Deinen neuen Job. Andere verdienen viel mehr.“
Oder:
„Genieß Deinen Urlaub nicht. Andere können sich viel schöneren Urlaub leisten.“
Beim Glück käme uns dieser Vergleich ziemlich unsinnig vor. Beim Schmerz benutzen wir ihn ständig.
Vielleicht, weil wir unangenehme Gefühle gerne schnell wieder loswerden möchten.
Aber ein Gefühl wird nicht kleiner, nur weil wir uns dafür auch noch zurechtweisen.Du musst nicht beweisen, dass Du einen guten Grund hast, traurig zu sein.
Und Du musst Dich auch nicht dafür rechtfertigen, wenn Du glücklich bist. Beides darf da sein.
Vielleicht ist das heute Dein Gedanke beim Frühstück:
Welches Gefühl erlaube ich mir selbst eigentlich weniger, als ich es einer anderen Frau erlauben würde?
Worauf ich mich nächste Woche freue
Nächste Woche möchte ich bei einem Thema bleiben, das sehr viel mit unserer aktuellen Lebensphase zu tun hat.
Die Frage, ob es irgendwann zu spät ist.
- Zu spät für einen neuen Job.
- Zu spät für eine Veränderung.
- Zu spät, noch einmal etwas ganz anderes zu machen.
- Zu spät, sich selbst neu zu entdecken.
Ich höre diese Frage bei Frauen immer wieder, auch bei mir selbst höre ich manchmal diese leise Stimme… und gleichzeitig frage ich mich:
Wer hat eigentlich festgelegt, wann etwas zu spät ist?
Vielleicht ist das eine Frage, die wir uns viel genauer anschauen sollten. Darauf freue ich mich nächste Woche.
Bis dahin wünsche ich Dir einen schönen Sonntag.
Vielleicht mit etwas Zeit für Dich.
Und vielleicht mit einer Frage, die noch ein bisschen nachwirkt.
Alles Liebe,
Corina