Investieren
ab 45:
Warum es jetzt
höchste Zeit ist,
deine finanzielle
Zukunft
selbst in die
Hand
zu nehmen.
Expertinnenartikel von Katharine Dauenhauer
Aktualisiert am 31.08.2026
Vielleicht denkst du gerade zum ersten Mal ernsthaft darüber nach, was finanziell eigentlich vor dir liegt.
Nicht unbedingt, weil plötzlich weniger Geld da ist. Sondern weil sich der Blick in der Mitte des Lebens verändert. Die Kinder werden selbstständiger, die berufliche Situation ist klarer und gleichzeitig rückt die Frage näher:
Wie möchte ich eigentlich in 15, 20 oder 25 Jahren leben? Und reicht das Geld, das ich bis dahin aufgebaut habe?
Viele Frauen haben durchaus vorgesorgt. Sie haben Geld gespart, Versicherungen abgeschlossen, vielleicht eine Immobilie gekauft oder über Jahre in einen Sparvertrag eingezahlt. Was häufig fehlt, ist jedoch der Blick auf das große Ganze.
Passt das, was ich heute besitze, noch zu meinem Leben?
Ist mein Geld sinnvoll angelegt?
Wie groß könnte meine finanzielle Lücke im Alter tatsächlich sein?
Und kann ich jetzt überhaupt noch etwas verändern?
Die Antwort auf die letzte Frage ist eindeutig: Ja. Auch mit 45 kann es sinnvoll sein, Vermögen langfristig aufzubauen und die eigene Altersvorsorge neu zu ordnen.Gerade in der Lebensmitte lohnt es sich, die eigene finanzielle Situation nicht länger aufzuschieben, sondern systematisch zu prüfen und die nächsten Schritte zu planen. Finanzexpertin Katharina Dauenhauer begleitet genau dabei vor allem Frauen ab 45. Sie ist unabhängige Honorar-Finanzanlagenberaterin, Finanzmentorin und Autorin des Buches „Jetzt oder nie – Investieren für Frauen ab 45+“.
Ihre zentrale Botschaft passt deshalb sehr gut zu dieser Lebensphase:
„Es ist nicht zu spät. Es ist nur höchste Zeit.“
Das Wichtigste auf einen Blick
• Mit 45 ist es nicht zu spät, Vermögen aufzubauen. Entscheidend ist, die verbleibende Zeit bewusst zu nutzen.
• Viele Frauen haben zwar gespart, aber ihre verschiedenen Finanzprodukte nie als Gesamtstrategie betrachtet.
• Altersvorsorge und Investieren gehören zusammen. Wer nur Geld zurücklegt, sollte auch prüfen, ob das Vermögen langfristig ausreichend wachsen kann.
• Bestehende Versicherungen, Fonds und andere Verträge sollten regelmäßig darauf geprüft werden, ob sie noch zur eigenen Lebenssituation, den Zielen und den Kosten passen.
• Investieren bedeutet nicht automatisch Trading oder tägliches Beobachten der Börse. Eine langfristige Strategie kann mit relativ wenig Zeitaufwand umgesetzt werden.
• Das persönliche Risiko sollte zum eigenen Zeithorizont, Vermögen, Liquiditätsbedarf und Sicherheitsbedürfnis passen.
• Der wichtigste erste Schritt ist nicht das perfekte Depot. Es ist, sich einen klaren Überblick über die eigene finanzielle Situation zu verschaffen.
Warum Frauen ihre Finanzen ab 45 neu betrachten sollten
Viele Frauen haben sich in ihrem Leben um Geld gekümmert. Sie haben gearbeitet, gespart, Rechnungen bezahlt, Familien finanziert und vielleicht eine Immobilie aufgebaut. Trotzdem bedeutet Sparen nicht automatisch Vermögensaufbau. Und mehrere Finanzprodukte ergeben noch lange keine Strategie.
Gerade Frauen mittleren Alters haben häufig eine interessante Ausgangssituation: Sie verfügen bereits über Vermögen oder regelmäßiges Einkommen und haben gleichzeitig noch viele Jahre vor sich, in denen sie finanzielle Entscheidungen treffen können.
Genau deshalb lohnt sich jetzt ein Kassensturz. Nicht aus Angst vor dem Alter. Sondern aus Verantwortung für das eigene zukünftige Leben.
Denn die Frage lautet nicht nur:
„Wie viel Geld habe ich?“
Sondern auch:
„Was soll mein Geld in den nächsten Jahren für mich tun?“
„Frauen sollten grundsätzlich ihre Finanzentscheidungen nicht dem Zufall, der Bank oder alten Glaubenssätzen überlassen, sondern lernen, Vermögen selbstbestimmt und mit einer passenden Strategie aufzubauen.“
Warum manche Frauen beim Thema Investieren zögern
Finanzen sind für manche Frauen kein alltägliches Thema, über das sie gerne sprechen. Das hat unterschiedliche Gründe.
Traditionelle Rollenverteilungen haben dazu beigetragen, dass finanzielle Entscheidungen in Partnerschaften häufig stärker beim Mann lagen. Gleichzeitig haben Frauen aufgrund von Teilzeit, Kindererziehung oder unbezahlter Care-Arbeit teilweise weniger verdient oder weniger lange durchgehend gearbeitet.
Hinzu kommt etwas sehr Persönliches: das eigene Finanzverständnis.
Sätze wie „Ich bin nicht gut in Mathe“, „Ich kenne mich damit nicht aus“ oder „Das ist mir zu kompliziert“ können dazu führen, dass Frauen ihre finanziellen Entscheidungen lieber anderen überlassen. Der Partner kümmert sich um die Geldanlage. Die Bank empfiehlt ein Produkt. Eine Versicherung wird abgeschlossen, weil sie vermeintlich Sicherheit bietet.
Damit ist zwar etwas passiert. Aber noch nicht unbedingt das Richtige.
Frauen sollten grundsätzlich ihre Finanzentscheidungen nicht dem Zufall, der Bank oder alten Glaubenssätzen überlassen, sondern lernen, Vermögen selbstbestimmt und mit einer passenden Strategie aufzubauen.
Was sich ab 45 bei der Geldanlage verändert
Mit 45 ist der Anlagehorizont kürzer als mit 25. Das bedeutet aber nicht, dass Investieren jetzt keinen Sinn mehr ergibt. Es bedeutet, dass die Strategie genauer zur eigenen Lebenssituation passen muss.Wer
beispielsweise in den nächsten Jahren einen größeren Betrag für einen Immobilienkauf benötigt, braucht eine andere Struktur als eine Frau, die dieses Geld erst in 20 Jahren benötigt. Auch Einkommen, Rücklagen, bestehende Verträge, Schulden, familiäre Verpflichtungen und die persönliche Risikobereitschaft spielen eine Rolle.
Vermögensaufbau ist also immer eine individuelle Betrachtung. Alter, Familie, finanzielle Wünsche, Risikoneigung und Liquiditätsbedarf müssen gemeinsam betrachtet werden.
Es gibt nicht die eine richtige Geldanlage für alle Frauen ab 45. Es gibt nur eine Strategie, die zu deiner Situation passen sollte.
Investieren bedeutet nicht, jeden Tag an der Börse zu sitzen
Ein häufiger Irrtum ist, dass Investieren automatisch bedeutet, Aktienkurse zu verfolgen, Nachrichten über die Börse zu lesen und ständig Kauf- oder Verkaufsentscheidungen zu treffen. Das ist nicht zwingend der Fall. Eine langfristig ausgerichtete Geldanlage kann deutlich einfacher aufgebaut sein.
Breit gestreute ETFs können beispielsweise eine Grundlage eines Portfolios bilden. Daneben können je nach persönlicher Situation weitere Anlageklassen wie Aktien, Anleihen, Immobilien oder Edelmetalle eine Rolle spielen. Entscheidend ist nicht, möglichst viele Produkte zu besitzen, sondern sie sinnvoll zu strukturieren und das Risiko zu streuen.
Und was ist mit dem Risiko?
„Ich möchte mein Geld nicht verlieren.“
Dieser Satz ist verständlich. Er führt allerdings manchmal dazu, dass Geld über viele Jahre ausschließlich auf sehr sicheren, aber niedrig verzinsten Konten liegt. Sicherheit und Risiko sind beim Investieren keine Gegensätze, die man einfach auflösen kann. Vielmehr geht es darum, das eigene Risiko bewusst zu steuern.
Dazu gehören Fragen wie:
- Wie lange kann ich das Geld investieren?
- Wie viel Geld brauche ich als Rücklage?
- Welche Schwankungen kann ich finanziell und emotional aushalten?
- Wann brauche ich Teile meines Vermögens wieder?
Eine langfristige Geldanlage sollte deshalb nicht nur auf eine möglichst hohe Rendite ausgerichtet sein. Sie muss auch zur Person passen.
Was ist mit meinen alten Versicherungen und Verträgen?
Hier lohnt sich ein besonders genauer Blick. Viele Frauen haben über die Jahre verschiedene Verträge angesammelt:
- private Rentenversicherungen
- Lebensversicherungen
- Riester- oder Rürup-Verträge
- Fonds
- Banksparprodukte
- andere Formen der Altersvorsorge
Der Fehler wäre, einen alten Vertrag allein deshalb weiterzuführen, weil bereits viele Jahre eingezahlt wurden. Genauso falsch wäre es allerdings, jeden bestehenden Vertrag pauschal zu kündigen. Die entscheidende Frage lautet: Passt dieser Vertrag heute noch zu meinem Ziel?
Dafür sollten unter anderem Kosten, Renditeperspektive, Flexibilität, Laufzeit und die persönliche Situation betrachtet werden.
Gut zu wissen: Eine Entscheidung über die Kündigung, Beitragsfreistellung oder Änderung eines bestehenden Vertrags sollte immer anhand des konkreten Vertrags und der individuellen finanziellen Situation getroffen werden. Pauschale Empfehlungen sind hier nicht sinnvoll.
Diese drei Schritte solltest du jetzt beachten
1. Schließe dich nicht länger selbst vom Thema Finanzen aus
„Ich kann das nicht“ ist keine Finanzstrategie. Finanzwissen kann man lernen. Gerade wer bisher wenig Berührung mit Geldanlage hatte, sollte sich zunächst Grundlagen aneignen und verstehen, was die eigenen Entscheidungen bedeuten.
2. Prüfe bestehende Verträge kritisch
Nicht jeder alte Vertrag ist schlecht. Aber auch nicht jeder Vertrag ist automatisch noch sinnvoll. Kosten, Rendite, Flexibilität und Ziel sollten zusammen betrachtet werden.
3. Triff aus Wissen konkrete Entscheidungen
Am Ende sollte aus dem Finanzwissen ein persönlicher Plan entstehen.
- Welches Geld bleibt als Reserve?
- Welcher Betrag kann langfristig investiert werden?
- Welche Anlageform passt zum eigenen Risiko?
- Und wie soll das Vermögen später genutzt werden?
Mit 45 ist es nicht zu spät. Aber jetzt solltest du anfangen, deine finanzielle Zukunft selbst zu gestalten.
Es geht jetzt nicht darum, möglichst schnell möglichst viel Geld zu investieren. Es geht darum, überhaupt eine Entscheidung zu treffen.
Das kann beispielsweise bedeuten, zunächst einen überschaubaren monatlichen Betrag zu investieren und gleichzeitig das eigene Wissen auszubauen.
Auch ein vorhandener größerer Betrag muss nicht automatisch nach dem Prinzip „alles oder nichts“ behandelt werden. Welche Vorgehensweise sinnvoll ist, hängt von der individuellen Situation und der gewählten Strategie ab.
Der entscheidende Punkt ist:
Nicht weiter fünf oder zehn Jahre darüber nachdenken, ob man anfangen sollte. Sondern jetzt starten.
Über die Expertin
Katharina Dauenhauer ist Finanzmentorin für Frauen ab 45+, Finanzexpertin und unabhängige Honorar-Finanzanlagenberaterin nach § 34h GewO. Sie hat einen Hintergrund im Bankwesen und in der Finanzbildung und begleitet Frauen dabei, ihre Geldanlage besser zu verstehen und ihre finanzielle Zukunft selbstbestimmter zu gestalten. Ihr Buch „Jetzt oder nie – Investieren für Frauen ab 45+“ ist auf Frauen in dieser Lebensphase ausgerichtet.
Mehr über Katharina Dauenhauer: katharinadauenhauer.com

Oft gestellte Fragen
Ist es mit fortgeschrittenem Alter zu spät mit dem Investieren zu beginnen?
Nein. Auch ab 45 liegen je nach persönlicher Situation noch viele Jahre bis zum Ruhestand vor dir. Entscheidend sind nicht allein das Alter, sondern Anlagehorizont, finanzielle Situation, Ziele und Risikobereitschaft.
Wie viel Geld sollte ich jetzt noch investieren?
Dafür gibt es keine seriöse pauschale Summe. Entscheidend ist zunächst, welche Rücklagen du benötigst und welcher Betrag langfristig investiert werden kann, ohne dass du ihn kurzfristig brauchst.
Ist ein ETF Sparplan jetzt auch noch sinnvoll?
Ein breit gestreuter ETF kann grundsätzlich Bestandteil einer langfristigen Anlagestrategie sein. Ob und welcher ETF zu dir passt, hängt unter anderem von deinem Anlagehorizont, deinem Risiko und deinen Zielen ab.
Soll ich meine alten Versicherungen/Verträge kündigen?
Nicht pauschal. Bestehende Verträge sollten zunächst hinsichtlich Kosten, Leistungen, Flexibilität und ihrer heutigen Bedeutung für deine Finanzplanung geprüft werden. Erst danach sollte über eine Veränderung entschieden werden.
Muss ich meine Geldanlage ständig kontrollieren?
Eine langfristige Anlagestrategie erfordert nicht automatisch tägliche Kontrolle. Häufig ist ein klar definiertes System sinnvoller als ständiges Reagieren auf kurzfristige Marktbewegungen.
Was von diesem Artikel bleibt
Mit 45 ist es nicht zu spät, deine finanzielle Zukunft neu zu ordnen. Vielleicht hast du bereits gespart, Verträge abgeschlossen oder Vermögen aufgebaut. Jetzt geht es darum, daraus eine Strategie zu machen, die zu deinem Leben und deinen Zielen passt. Du musst keine Finanzexpertin werden und auch nicht die perfekte Geldanlage finden. Der erste Schritt ist, hinzuschauen, Fragen zu stellen und Entscheidungen nicht länger aufzuschieben.
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