shine Letter #004


23.08.2026

Liebe Shine-Leserin,

ich habe im Urlaub beim Frühstück jemanden beobachtet. Schnellen Schrittes kam die Person in den Frühstücksraum, setzte sich, lud sich etwas auf den Teller und aß in erstaunlich kurzer Zeit. Dann war sie wieder weg. Es fühlte sich fast an, als wäre die Person auf der Flucht. Ich saß gegenüber und mich hat dieses Essverhalten komplett nervös gemacht. Mein Eindruck war: Der Körper war zwar beim Frühstück. Der Kopf war noch komplett bei der Arbeit (ich kenne so Menschen, die schnell essen um schnell wieder am Arbeitsplatz zu sein).

Ich musste bei dieser Situation an etwas denken, das wir im Alltag leicht übersehen:

Wie oft sind wir irgendwo, ohne wirklich dort zu sein?

  • Wir essen und denken schon an den nächsten Termin.
  • Wir gehen spazieren und sind gedanklich bei der To-do-Liste.
  • Wir sitzen mit Menschen zusammen und planen bereits, was danach kommt.

Sprich: Wir funktionieren.


Der Gedanke der Woche

Vielleicht beginnt Veränderung deshalb nicht damit, etwas anders zu machen. Sondern damit, überhaupt erst wahrzunehmen, wie wir etwas gerade tun.

  • Wie schnell esse ich?
  • Wie atme ich?
  • Wie sitze ich?
  • Bin ich angespannt?
  • Bin ich eigentlich müde?
  • Oder mache ich einfach weiter, weil ich es gewohnt bin?

Entschleunigung bedeutet für mich nicht, plötzlich ein langsameres Leben führen zu müssen.

Es beginnt viel kleiner:

  • Einen Moment länger da sein.
  • Wahrnehmen, was gerade passiert.
  • Noch nichts verändern.
  • Einfach bemerken.

Denn erst wenn ich wahrnehme, kann ich entscheiden, ob ich etwas verändern möchte.

Vielleicht ist das heute dein kleiner Shine-Moment zum Sonntag:

Beim nächsten Essen nicht sofort zum nächsten Gedanken springen, sondern einmal wirklich ankommen.

Bin ich schon da?


Meine Empfehlung für diese Woche

Apropos Körper.

Vielleicht kennst du das, ich jedenfalls stelle es fest, seit ich so ziemlich genau das 50. Lebensjahr erreicht habe: Du hast eigentlich nichts Grundsätzliches verändert und trotzdem fühlt sich dein Körper plötzlich anders an.

Der Bauch wird weicher, das Gewicht sitzt an anderen Stellen und das, was früher funktioniert hat, funktioniert plötzlich nicht mehr genauso.

Gerade beim Thema Bauchfett beginnen wir schnell, gegen unseren Körper zu arbeiten.

Weniger essen. Mehr Sport. Mehr Disziplin.

Aber vielleicht sollten wir einen Schritt zurück gehen und uns zuerst eine andere Frage stellen: Was genau verändert sich in meinem Körper eigentlich gerade?

In einem Gast-Artikel geht es deshalb um den Stoffwechsel in den Wechseljahren und darum, welche körperlichen Veränderungen damit zusammenhängen können. Ich konnte eine Expertin für diesen Artikel gewinnen, die die Zusammenhänge fundiert erklärt – für mich ist dieser Artikel sehr aufschlussreich und ich lerne mit den Veränderungen meines Körpers (so langsam) Frieden zu schließen.

Jetzt lesen


Worauf ich mich nächste Woche freue

Nächste Woche wechseln wir das Thema.

Dann geht es um KI und deine Arbeit.

Denn auch beruflich stehen wir gerade an einem Punkt, an dem sich vieles verändert. Und gerade für Frauen mit Erfahrung sehe ich darin nicht nur eine Herausforderung, sondern auch Chancen.

Und nein, wir müssen nicht plötzlich alle Programmiererinnen werden.

Sondern weil Erfahrung, Urteilskraft und KI eine interessante Verbindung eingehen können.

Darüber möchte ich nächste Woche mit dir nachdenken.

Hast du aktuell eine besondere Herausforderung oder eine Frage bezüglich KI und (deiner) Arbeit? Schreibe mir gerne.

Bis dahin wünsche ich dir einen schönen Sonntag.

Und vielleicht erinnerst du dich beim nächsten Frühstück an meine Beobachtung.

Schreibe mir was dich bzgl. KI beschäftigt

 


Ich hoffe, dieser ShineLetter hat dir einen ruhigen Moment geschenkt – und vielleicht einen Gedanken, der dich durch die kommende Woche begleitet.

Alles Liebe,
Corina

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