Janine Frank sitzt mit einer großen Tee-Tasse an einem hellen Schreibtisch vor ihrem Laptop und schaut freundlich zur Seite.
© Janine Frank

Gastartikel von Janine Frank

Beruflicher Neustart: Warum Selbstständigkeit für mich kein Risiko, sondern eine logische Konsequenz war.

Janine Frank sitzt mit einer großen Tee-Tasse an einem hellen Schreibtisch vor ihrem Laptop und schaut freundlich zur Seite.

Sommer 2025. Die Nacht war eine Katastrophe. Ich habe mich im Bett von links nach rechts und wieder zurückgeworfen. Der Morgen startet mit Magenkrämpfen, doch ich beiße die Zähne zusammen und mache mit meinem Mann die Kinder fertig für den Kindergarten. Danach rufe ich unter Tränen bei meinem Hausarzt an, um mich von der Arbeit krankschreiben zu lassen.

Heute weiß ich: Diese körperlichen Beschwerden waren nur ein Symptom am Ende eines Lebensabschnittes. Ein Lebensabschnitt, der so einfach nicht mehr zu mir passte.

Ein Neustart ist kein Anfang bei Null.

Seit ich 21 bin arbeite ich in einer festen Anstellung in Vollzeit. Mit 26 bekam ich unseren Sohn und mit 28 unsere Tochter. Mit 29 steige ich in Teilzeit wieder ins Berufsleben ein. Ich bin Projektleiterin im Online Marketing mit Leib und Seele.

Jetzt bin ich 33 und merke: Ich bin gewachsen und passe nicht mehr in mein Leben hinein. Diese Erkenntnis trifft mich so hart, dass ich zwei Wochen einfach nur bin. Ich atme, esse, schlafe und weine.

Janine Frank läuft durch ein helles Büro mit einem Laptop in der Hand. Durch die Bewegung sieht man sie nur verschwommen.
© Janine Frank

„Alles ist möglich“ geht oft an der Realität vorbei.

Was macht man, wenn man merkt, dass die Arbeitsstelle einen nicht mehr so erfüllt, wie es zu Beginn der Fall war? Ich habe mir mit zwei Kindern zunehmend mehr Flexibilität gewünscht, die ich in einer kleinen Agentur mit sieben Mitarbeitenden nicht bekommen konnte. Also habe ich mich beworben. 40 Bewerbungen habe ich verschickt. Vier Gespräche sind daraus entstanden. Und keine einzige Zusage.

Und jetzt bin ich hier. Mein Körper sagt ganz klar: In die Agentur kannst du nicht wieder zurückkehren. Eine neue Anstellung finde ich aber gerade auch nicht. Viel zu angespannt ist die wirtschaftliche Lage. Unternehmen sparen, wo sie können, KI verändert den Arbeitsmarkt und viel zu viele von uns „Akademikern“, suchen gerade einen Job.

 Ich bin nicht gescheitert. Mein Leben passte einfach nicht mehr zu mir.

Gemeinsam mit einem Bekannten fange ich an, mich wieder aufzurappeln. Wir sprechen über meine Werte, darüber wer ich jetzt, nach den Geburten der Kinder, eigentlich bin, was mir auf der Arbeit guttut und was nicht.

Ich erkenne, dass ich nicht gescheitert bin, sondern, dass die Rahmenbedingungen nicht mehr zu mir passen und ich sie für mich neu definieren muss. „Selbstständigkeit“ klingelt ein ganz leises Glöckchen in meinem Hinterkopf.

Und ganz schnell wird aus diesem leisen Glöckchen ein lauter, nachhallender Glockenschlag aus 1.000 Gedanken. Mein Mann ist auch selbstständig. Kann das für uns als Familie passen? Bekomme ich überhaupt Aufträge? Selbstständigkeit bedeutet mehr Flexibilität, aber auch oft mehr Arbeit und mehr Organisation. Kann ich das überhaupt stemmen?

Janine Frank steht in einem hellen Büro, schaut nach links und wirkt gedankenverloren.
© Janie Frank

Während ich meinen Weg in die Selbstständigkeit gegangen bin, habe ich mir einen kleinen Etappenplan gemacht, um den Kopf sortiert zu halten. Ich möchte diesen Etappenplan mit dir teilen. Nicht als Regelwerk oder einzige Wahrheit, sondern als Hilfestellung und Denkanstoß.

Im PDF findest du Impulse zum Gründerzuschuss, Businessplan, Marketing und Steuerberater. Du kannst es hier öffnen.

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Warum Selbstständigkeit für mich kein Traum, sondern eine Strukturentscheidung war

Diese Zweifel treiben mich einige Wochen um. Letztlich weiß ich aber, was ich leisten kann, wenn ich echten Sinn in meiner Arbeit sehe. Und den kann ich mit der Auswahl der richtigen Kunden und Projekte schaffen. Außerdem kommt dazu, dass es beinahe alternativlos ist, denn beworben hatte ich mich ja bereits erfolglos. Ich spreche also mit meinem Mann und meiner Familie und bin überwältigt, wie viel Zuspruch und Halt ich erfahre! Also wage ich den Schritt in die Selbstständigkeit.

Vor- und Nachteile einer Selbstständigkeit

Die Vorteile, die ich in einer selbstständigen Tätigkeit sehe, überwiegen für mich.

  • Flexibilität und Ortsunabhängigkeit:
    Nachmittags die Kinder eher abholen? Geht! Dafür kann ich abends den Rechner nochmal anmachen und Dinge abarbeiten. Außerdem spare mir durch das Homeoffice, jeden Tag zur Arbeit zu pendeln und schaffe mir damit mehr Freiraum.
  • Selbstbestimmte Zusammenarbeit:
    Ich entscheide, mit wem ich arbeite. Passen Werte und Arbeitsweise zusammen? It’s a match. Und wenn sich im Projekt zeigt, dass es doch nicht funktioniert, bringe ich den Job professionell zu Ende und kann danach weiterziehen. Auch ein klarer Vorteil einer Selbständigkeit.
  • Marktrealität nutzen und den eigenen Wert kennen:
    Unternehmen müssen handlungsfähig bleiben, wollen sich aber aktuell nicht langfristig binden. Als Freiberuflerin bin ich schnell da und auch wieder weg. Gleichzeitig bestimme ich selbst über meinen Wert. Ich weiß, was ich leisten kann, auch oder gerade als Mutter, und kann das in meinem Stundensatz abbilden.

Natürlich ist in einer Selbstständigkeit nicht nur alles rosarot.

Ich bin ein sehr durchdachter Mensch und sehe auch die Nachteile, die auf uns zukommen.

  • Finanzielle Verantwortung und Absicherung:
    Kann ich krankheitsbedingt oder im Urlaub nicht arbeiten, schreibe ich keine Rechnungen. Gleichzeitig trage ich Steuern und Versicherungen zu 100 % selbst. All das muss realistisch kalkuliert und erwirtschaftet werden.
  • Energiebedarf und Dauerverantwortung:
    Eine Selbstständigkeit aufzubauen, kostet Kraft. Zwischen Hausrenovierung und zwei Kindern ist das nicht immer leicht. Dazu kommt die Gefahr ständiger Erreichbarkeit. Wenn man für sich selbst und für Kunden verantwortlich ist, passiert es schnell, dass man sich abhängig macht. Vom Kunden, vom Projektziel, vom Akquise Erfolg.
  • Begrenzte Ressourcen:
    Ich übernehme den größten Teil der Care-Arbeit. Spontan am Nachmittag beim Kunden als Feuerlöscher aufzutauchen, ist für mich nicht drin. Das muss von Anfang an klar kommuniziert und akzeptiert sein.

Ich bin Projektleiterin. Es gehört zu meinem Job, Risiken zu kennen. Und es ist auch Teil meines Jobs, präventive Maßnahmen gegen Risiken zu entwickeln und gegenzusteuern, falls doch ein Risiko eintritt.

Selbstständigkeit heißt nicht mehr leisten, sondern anders arbeiten

Mich selbstständig zu machen, war in der Vergangenheit nie mein Herzenswunsch. Aber jetzt ist es das. Aus einer bewussten, reflektierten Entscheidung heraus. Ich schaffe mir die Strukturen, die ich als Mama und wir als Familie brauchen, um zu funktionieren.

Kein Leistungsdenken, kein Karrierewunsch. Sondern anders arbeiten als bisher. Selbstbestimmter, flexibler, auf meine Werte angepasst und mit Projekten, die mir so richtig Spaß machen. Damit ich wieder mehr Leichtigkeit empfinde und mehr qualitative Zeit mit meinen Kindern verbringen kann, ohne ständig mit dem Kopf in der Arbeit zu hängen.

Und ich sag’s wie es ist: Anfang 20 hätte ich mir das nicht zugetraut. Sich selbstständig zu machen, ist nichts für Anfänger. Es braucht, aus meiner Sicht, eine gewisse Berufs- und Lebenserfahrung, um zu verstehen, wer man selbst ist und wie man arbeiten möchte. Und um zu wissen, wie man seine Kunden führen, beraten und bedienen möchte. All das hätte ich früher nicht in der Sicherheit geschafft, wie ich es jetzt tue.

Janine Frank steht erklärend vor einem Flipchart. Am Tisch vor ihr sitzen zwei Kunde mit dem Rücken zur Kamera und hören aufmerksam zu.
© Janine Frank

Der Blick in die Glaskugel: Was sich für mich in den nächsten 10 Jahren verändert haben soll

Ich bin jetzt Anfang 30 und in einer echt herausfordernden Phase. Ich bin Ehefrau, Mutter, Häuslebauer, selbstständig und irgendwo auch noch ich.
Ich bin den Schritt in die Selbstständigkeit nicht leichtfertig gegangen. Er bringt viele Unsicherheiten und viele Fragen mit sich. Aber er bringt auch genauso viele Chancen mit sich.
Wenn ich in die Glaskugel schaue, sehe ich in zehn Jahren eine Frau mit Anfang 40, die auf beeindruckende Projekte zurückblicken kann, auf zufriedene Kunden und eine großartige Entwicklung.
Ich sehe eine Frau, die jene Flexibilität gefunden hat, nach der sie gesucht hat und die es schafft, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen. Die ungezwungen Zeit mit den Kindern verbringt, ohne an die Arbeit zu denken. Weil sie genau weiß: Es läuft.
Ich sehe eine Frau, die beruflich klare Prioritäten setzt. Die sich selbst vertraut, ihren Wert kennt und klar kommuniziert, damit sie den Unterschied macht und Projekte zum Erfolg führt.

Fazit

Ich habe in diesem Artikel über meinen Weg in die Selbstständigkeit gesprochen. Dieser Weg ist sicher nicht nur einfach, sondern auch mit viel Arbeit, vielen Fragen und Unsicherheiten verbunden. Und doch würde ich die Entscheidung wieder genauso treffen. Ich sage nicht, dass du es genauso machen musst, wie ich. Aber du darfst dir dieselben Fragen stellen. Vielleicht tust du das ja bereits und befindest dich auf deinem eigenen Weg in die Selbstständigkeit?

Janine Frank sitzt auf einem Stuhl, die beine überschlagen und schaut freundlich in die Kamera.

Hey, ich bin Janine

Ich teile mein Wissen aus über sieben Jahren Projektmanagement und Online Marketing auf LinkedIn.

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Ich freue mich auf deine Kontaktanfrage, wenn du ein Projekt hast, bei dem ich dich begleiten darf, du dich auch gerade selbstständig machst oder bereits bist und Austausch suchst oder einfach nur so.

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